Heute war mein Ruhetag. Ich bin erst um 10 h aus dem Haus und ganz entspannt in die Stadt gefahren. Die Museen öffnen nicht vor 10.30 h.
So habe ich denn gut 5 Stunden in den drei wichtigen Kunstmuseen von Basel verbracht. Neben den Klassikern (Cezanne, Hodler, Kirchner, Picasso und Böcklin u.a.m.) gab es noch einen große Abteilung mit amerikanischen Abstrakten nach 1945, eine Sonderausstellung mit Roy Lichtenstein und im Museum der Gegenwart gleich eine ganze Sammlung der chinesischen Künstlerin Cao Fei aus Kanton, die ich bis dato nicht kannte.
Auf dem Weg nach Hause konnte ich noch was Schönes beobachten: Die Leute in Basel baden nicht nur im Rhein, sondern auch in ihren Trinkbrunnen, unter denen oft große Basins aus Stein stehen. Darin sah ich Kinder mit Schwimmflügeln nebst Vätern in Badehose.
Basel hat zahllose interessante Länden mit Schmuck, Brillen, Möbeln und Klamotten. Die Stadt hat ein sehr dichtes Nahverkehrsnetz und gute Radwege. Ein Besuch lohnt!
Und was schreibt Seume über die Region, die ich gerade durchquere:
„Die Gegend am Rhein herunter ist fast durchaus schön, und besonders bei Rheinfelden. In Basel am Tore lud man mich zum Kriegsdienst der Spanier ein, die hier für junges Volk von allen Nationen freie Werbung hatten, ausgenommen die Franzosen und Schweizer. Mir war das nicht unlieb, ob ich gleich die Ehreneinladung bestimmt ausschlug: denn es zeigt wenigstens, ich sehe noch aus, als ob ich eine Patrone beißen und mit schlagen könne. Im Wilden Manne war die Gesellschaft an der Wirtstafel ziemlich zahlreich und sehr artig. Der französische Kommandant, zu dem ich wegen meines Passes ging, war freundlich und höflich. Der preußische Pass war in Mailand revidiert worden, und der General Charpentier hatte daselbst bloß darauf geschrieben, daß er durch die Schweiz nach Paris gültig sei. In Basel wies man mich damit an den ersten Grenzposten, ungefähr noch eine Stunde vor der Stadt. Als ich dort ankam, sah der Offizier nur flüchtig hinein, gab ihn zurück und sagte: Vous êtes bien en règle. Bon voyage! und seitdem bin ich nirgend mehr darnach gefragt worden. So wie ich in das französische Gebiet trat, war alles merklich wohlfeiler und man war durchaus höflicher und billiger. In einem Dorfe nicht weit von Belfort hielt ich eine herrliche Mittagsmahlzeit mit Suppe, Rindfleisch, Zwischengericht, Braten, zweierlei Dessert und gutem Wein und zahlte dafür dreißig Sols. Dafür hätte ich jenseit der Alpen wenigstens dreimal so viel bezahlen müssen. Den nämlichen Abend, vier Meilen von Basel, zahlte ich für ein recht gutes Quartier mit Zehrung nur sechsundvierzig Sols. So ging es verhältnismäßig immer fort; und auch nicht viel teurer ist es in Paris. Mir tut die Humanität und das allgemeine Wohlbefinden besser, als der wohlfeile Preis. Man spricht dort noch etwas deutsch und Leute von Erziehung bemühen sich beide Sprachen richtig und angenehm zu reden.“
Ja, auf günstigere Preise hoffe ich in Frankreich auch.