Ein gemächlicher Sonntag mit Sonne und Rückenwind. Den verbringe ich rollend den ganzen Tag am Ufer des Doubs. Und weil es überwiegend flach war, kam ich auf einen Durchschnitt von 13,2 km/h, während ich die übrigen Tage davor immer nur mit 10 oder 11 km/h unterwegs war. Aber mir kommt es ja ohnehin nicht auf Tempo an, sondern aufs Sehen und Fotografieren.
Dass mich dieser Fluss so fasziniert, hatte ich gestern schon geschrieben. Heute kam noch eine imposante Felslandschaft dazu. Ich fühlte mich oft an das Tal der Elbe südlich von Dresden erinnert, nur dass die Elbe ein weitgehend kanalisierter, eingehegter Fluss ist, was man vom Doubs nicht sagen kann. Aber die Zahl kleiner Überfallbauwerke und jeweils die Schleuse dazu nehmen zu. Auch trifft man flussab gelegentlich Freizeitboote und zu Wohnungen umgebaute Lastkähne. Ab und zu sah ich Angler, nie jemanden, der im Fluss badete oder schwamm.
Mittag aß ich in einem gut besuchten Restaurant in dem Dörfchen
Besancon hat mehrere wirtschaftliche Niedergänge verkraften müssen: erst den der Uhrenindustrie, dann den der Textilindustrie. Seinen Rang als Verwaltungszentrum konnte es behalten. Inzwischen versucht man einen Neustart mit Nanotechnologie.
Gleich am Eingang zur Stadt sah ich die nutzlos gewordene Festung auf dem Berg und davor eine nutzlos gewordene Fabrik. Deren Umwidmung kommt in die Gänge. Ich dachte zunächst, ich könnte Zeuge eines Kulturevents werden oder eines sonntäglichen Raves, als ich laute Bässe wummern hörte. Aber als ich auf das Gelände fuhr, musste ich feststellen, dass die Bässe aus zwei Autos kamen, die mit offenen Türen dastanden, um Damen zu beeindrucken.
Beinahe verpasst hätte ich die Einfahrt zu einem 388 m langen Wasser-Tunnel, der unter dem Festungsbau hindurchführt, eine Flussschleife abkürzt, und dessen alter Treidelweg auch für Fahrräder und Fußgänger als Abkürzung dient.
Nach dem Duschen bin ich noch mal auf ein Stück Kuchen in die Stadt gezogen. Dass sie größer ist, war leider auch daran zu erkennen, dass einige Junkies herumtrödelten.
Die Häuser mit Repräsentationsfunktion (ein berühmtes Hospital, die Präfektur und diverse Militärbauten) sind hier nicht mehr aus Ziegeln, sondern aus Sandsteinblöcken gebaut, die aus dem umliegenden Bergen gewonnen wurden.

Am Rhon-Rhein-Kanal
