Tatsächlich hat es sich gelohnt, die Empfehlung von Komoot zu ignorieren. Ich fuhr heute den ganzen Tag auf der endlosen Ebene, in die sich die Flüsse hineingeschnitten haben. Blicke in die Ferne, leider mit wolkenlosem Himmel, andere Farben, interessante Orte.
In Sampans habe ich beim Bäcker etwas Süßes für den Nachmittag, Wasser und ein großes Baguette mit Tunfisch gekauft.
In Auxonne – Seume erwähnt den Ort als „sehr liberal“ weil von Mauern und Befestigungen befreit - konnte ich in einem Fahrradladen wieder ordentlich Druck auf die Reifen machen lassen. Tatsächlich lässt der Reifendruck nach zwei Wochen etwas nach.
Auch das von Seume erwähnte Genlis lag an meinem Weg, und ich fand auch das erwähnte Gut. Seume schreibt:
„Einen Abend blieb ich in Genlis, dem Gute der bekannten Schriftstellerin. Die Besitzung ist sehr nett, aber sehr bescheiden; und die Dame wird, trotz allem was ihre Feinde von ihr sagen, hier sehr geliebt.“
Aber welche Dame ist gemeint? Stephanie-Felicite de Genlis (1746-1834) Die Dame aus niederem Adel verarmte nach dem frühen Tod des Vaters. Aber die Mutter sorgte für gute Bildung und vor allem für Harfenunterricht. Als Harfenistin wurde sie bekannt und bekam so Zugang zum Geldadel, was eine halbwegs vorteilhafte Ehe bewirkte. Als Musikerin, Musiklehrerin und auch als Autorin war sie so wie Seume ein kultureller B-Promi.
An der Tafel an ihrem alten Gutshaus wird sie nicht erwähnt. Seume natürlich auch nicht.
Ich fuhr heute viel Landstraße und war nicht allein dabei. Meine motorisierten Mitreisenden nahmen halbwegs Rücksicht auf mich am schmalen Straßenrand so halb zwischen Leitplanke und Lkw.
Anders als auf dem Treidelweg konnte ich heute regelmäßig Wasser tanken. Obst allerdings fand ich nur in der Kaufhallte. Hier ist alles verdorrt. Oder Vögel waren schneller mit der Ernte.
In Dijon habe ich ein nettes Apartment in der Altstadt, fast unterm Dach, mit kleinem Balkon und schönem Blick über die Mansarden. Jetzt kochen die Nudeln.

Blick auf Auxonne.
