Das Kunstmuseum war mir natürlich wichtig. Aber erst mal gab es einen Ausschlaf-, Büro- und Telefonterminetag.

Das Museum ist im alten Herzogspalast, welcher aufwändig saniert wurde. Beeindruckt haben mich vor allem Werke von Nikolas de Stael, den ich sehr mag. Ein Bild wurde Cezanne zugeschrieben, mit Fragezeichen. Eine wirkliche Überraschung waren für die mich farbfreudigen, geradezu lauten Bilder von Charles

Nach dem Mittagsschlaf noch ein größerer Spaziergang durch die Stadt und abschließend Tee und Kuchen. Mich interessieren bei diesen Gängen eigentlich immer Designthemen: Ladeneinrichtungen, Optiker, Klamotten. Leider viel Mainstream in Dijon. Dafür jede Menge Gastro. Aber man hat nur einen Magen, und keine zwei.

Seume widmet der Stadt nur eine dünne Einschätzung: wie lange braucht man, sie zu umrunden. Der alte Militär…

Hier sei er zitiert:

„Dijon hat ungefähr eine Stunde im Umfange und rund um die Stadt einen ziemlich angenehmen Spaziergang. Der Ort empfindet die Folgen der Revolution vor allen übrigen, weil sie hier vorzüglich heftig war. Die Leute wissen bis jetzt vor Angst noch nicht, wo sie mit ihrer Stimmung hin sollen: die Meisten scheinen königlich zu sein. Mein Wirt, der sehr höflich mit mir herumlief, erzählte mir in langen Klagen den ganzen Verlauf der Sachen in ihrer Stadt, und die schreckliche Periode unter Robespierre, wo so viele brave Leute teils guillotiniert wurden, teils in den Gefängnissen vor Angst und Gram starben. Die Sache hat freilich mehrere Seiten. Viele scheinen nur das Anhängsel der ehemaligen Reichen vom Adel und der Geistlichkeit zu machen: diese können allerdings bei keiner vernünftigen Einrichtung gewinnen. Alle große Städte, die nicht auf Handel, Fabriken und Industrie beruhen, die Kapitale ausgenommen, müssen durch die Veränderung notwendig verlieren, da die Parlamentsherren, der reiche Adel und die reiche Geistlichkeit nicht mehr ihr Vermögen daselbst verzehren. Aber deswegen ist dieses noch kein wesentlicher Verlust für die Nation. Der Park des Prinzen Condé vor dem Peterstore ist jetzt verkauft und ein öffentlicher Belustigungsort. Im Ganzen ist die Stadt sehr tot.“

Tja, den letzten Satz will ich mal nicht ganz so stehen lassen. Was mir aber auffiel: obwohl es eine Kunsthochschule und ein großes Kunstmuseum gibt, fand ich keine einzige Galerie, die den Namen verdient hätte.


Der Blick aus meinem Zimmer in Dijon
Tag 27 Dijon
09. September 2026, km 1.347
Altes Fachwerk in Dijon

Der alte Palast des Herzogs. Jetzt Kunstmuseum und Verwaltungsbau.

Und gegenüber Kolonnaden mit zahlreichen Restaurants.